Harry Zengeler
Glas
Bildhauer und Glasgestalter
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Harry Zengeler
Foto: Gerd Hofmann
Abschied von Harry Zengeler

Ich würde heute sehr viel lieber eine Ausstellung von Harry Zengeler eröffnen; Ihnen und Euch nahe bringen und zeigen, was für ein großer Künstler und absoluter Meister seines Fachs er ist. Seine Installationen, seine Exponate, von denen wir hier eines sehen, vorstellen und die Zuhörer dafür begeistern. Stattdessen halte ich jetzt eine Trauer- und Abschiedsrede. Harry ist gestorben. Sein plötzlicher Tod macht uns alle, an erster Stelle seine Frau Mone fassungslos und sehr, sehr traurig. Harry hätte wahrscheinlich nicht gewollt, dass ich eine Lobeshymne auf ihn halte, sage, welch liebenswerter, immer zu einem Scherz aufgelegter, humorvoller Mensch und herausragender Künstler er gewesen ist. Dazu war er selber viel zu bescheiden. Mir ist es jedoch sehr wichtig, dass an dieser Stelle zu erwähnen, weil es Facetten seiner Persönlichkeit waren und sie zu ihm gehörten.
Geboren wurde Harry Zengeler am 28.10.1949 in Königstein am Taunus, als ältestes von insgesamt 8 Kindern. Er ist sehr früh von zu Hause weggegangen, hat eine Lehre als Glasgraveur bei der Fa. Rosenthal gemacht, später die staatliche Glasfachschule in Zwiesel besucht und im Anschluss daran ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München absolviert. Seit 1978 war er als freischaffender Glasgestalter und Bildhauer tätig, seit 1991 mit eigenem Atelier in Dießen-Obermühlhausen, wo er mit seiner Frau Mone lebte. Überhaupt Mone, seine große Liebe. Seit 1981 kennen sich die beiden, haben sich in Gauting über eine Freundin kennengelernt. Harry sind früher die Frauen nur so zugeflogen, Harry der Frauenschwarm : Eine Freundin sagte wohl mal : Harry ist ein ganz lieber Typ, aber für eine Beziehung taugt er nicht. Na ja, Mone hat ihn eines Besseren belehrt. Ihre Beziehung ist gewachsen, 1986 haben die beiden geheiratet. Die Jagd, so hat es ein Bruder Harrys formuliert, war vorbei. Bei Mone war er angekommen, die beiden hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Wenn ich an Harry denke, habe ich das Bild eines knorrigen Baumes vor mir. Standfest, erfahren, stur, konsequent Wind und Wetter trotzend, zäh, dem äußeren Anschein nach unnahbar, fast abweisend, innerlich jedoch weich, liebevoll, verletzlich. Eine für ihn sehr schmerzvolle Familiengeschichte, eine schwierige berufliche Entwicklung, dieses ständige Auf- und Ab führten dazu, dass er immer wieder sehr tiefe, seelische Täler durchschritt. Eigenschaften des "knorrigen Baumes" halfen ihm, aus diesen Tälern wieder herauszukommen : Zähigkeit, Konsequenz, Standfestigkeit und nicht zuletzt die Liebe von und zu Mone, die ihm viel Kraft gab, sich diesen Herausforderungen des Lebens zu stellen und sie zu überwinden. Er hat mal von sich gesagt, dass er schon alles außer Schornsteinfeger war, um Geld zu verdienen.
Fast eine Ironie des Schicksals ist, dass es jetzt in den letzten Jahren so richtig gut lief und er wahnsinnig viel zu tun hatte. Ihr Haus in Obermühlhausen, was die beiden , wie Mone es beschreibt, als Ruine kauften, würde es so, wie es jetzt dort steht, ohne Harry nicht geben. Da hat er sich richtig „reingebissen". So, wie in alles was er wollte; denn: was er wollte , das wollte er ! So eignete er sich im Laufe der Jahre ein enormes chemisches Wissen an, er kannte sein Material, das Glas, aus dem Effeff. Bei seinen Arbeiten hatte er sehr genaue Vorstellungen, probierte solange rum, bis es endlich für ihn passte, ließ Ecken und Kanten sehr bewusst und gezielt zu, da war er stur, darüber war mit ihm keine Diskussion möglich. Er wusste genau, was er tat und vor allen Dingen, warum er es tat, auch wenn das für Außenstehende schwierig zu verstehen war. Das war ihm egal, das musste er so tun. Chaotisch war er auch : die Tenne im Haus aufräumen, Papierkram, Struktur im Computer ?? Okay, es war seine Ordnung, da kannte er sich aus. Letztendlich spiegelte dies sein inneres Chaos. Das musste man, musste Mone so annehmen, zu ändern war es nicht. Harry wollte immer bildhauerisch arbeiten, sah sich selber als eine Mischung aus Glasgestalter und Bildhauer. Ein sehr schöner Satz von ihm lautet : „Dann, wenn man sein Material gefunden hat, damit spielen kann, dann ist man Künstler". Und spielen mit seinem Material, das konnte Harry Zengeler wirklich. Ein absoluter Spezialist in Dickglas; dieses Wissen, diese Kunst, gehen mit seinem Tod verloren. Sich vermarkten, das konnte er nicht, das war ihm irgendwie lästig, vielleicht auch unangenehm. Dabei sind seine zahlreichen sakralen Gestaltungen, seine Altarraumgestaltungen, seine Glas-Installationen, europaweit sehr bekannt. Der Glaskubus, ein herausragendes Projekt im Rahmen der Landesgartenschau 2007 in Waldkirchen, was ihn 2 Jahre Zeit der Planung und Ausführung kostete, Brunnenanlagen , Glasreliefs , seine Glasarbeit im Rahmen des Skulpturenwegs von Schondorf nach Eching bei uns am Ammersee, und und und.... Es gäbe unzählige andere Arbeiten zu erwähnen. Als ich vor ein paar Jahren eine Gemeinschaftsausstellung von ihm und seinem Freund Tommi Lenhart eröffnete, habe ich ihn vorher gefragt : Ich kann doch sagen, dass alle hier zu sehenden Exponate verkäuflich sind ? Na ja, meinte Harry, wenn Du Lacher ernten möchtest, dann mach es. Er stand dann ganz ungerührt neben mir und als dann wirklich die Anwesenden lachten, knuffte er mich in die Seite und bemerkte trocken mit einem schelmischen Grinsen : Siehste, habe ich Dir doch gesagt. So war Harry, bescheiden, zurückhaltend, einfach ein sehr lieber Mensch. Das soll aber nicht heißen, dass er ohne Ansprüche war. Überhaupt nicht ! Nicht nur, was seine Arbeiten anging. Ein gutes Essen fand er toll, legte auch hier Wert auf Qualität; er war übrigens ein guter Koch. Mone und er gingen gerne in Konzerte; er hörte viel Klassik, Jazz, die Beatles. Die Musik, ein großes Interesse, das er und Mone miteinander teilten. Zudem las er viel: Geschichtliches, gute Frauenliteratur und: Ohne Krimi ging der Harry nie ins Bett ! Zudem war er ein sehr politischer Mensch, beobachtete sehr genau politische Strömungen und Entwicklungen und sah sie zuletzt mit großer Sorge. Naturschutz, Tierschutz lagen ihm auch sehr am Herzen. Harry Zengeler machte nie viel Aufhebens um sich, privat wie beruflich hat er sich eher in den Hintergrund gestellt. Ach Harry; was andere im Übermaß haben, fehlte Dir vollkommen: Eine gute Portion Egoismus und Eigennutz ! War es Verdrängung, war es Angst , Bequemlichkeit ? Wer weiß das ? Es bleibt die Erinnerung an seinen Blick über den oberen Brillenrand, wenn sein Freund Tommi ihm von seinen Sportverletzungen erzählte und er darauf trocken bemerkte : Treib Sport oder bleib gesund. Lieber Harry, wir vermissen Dich, Du fehlst. Deine Sorge galt immer Mone. Sie wird auch jetzt nicht alleine sein; natürlich können wir Dich nicht ersetzen; aber wir, Deine Freunde, Nachbarn, Weggefährten sind für sie da; stehen ihr zur Seite; mit Trost, Fürsorge, Gesprächen und praktischer Hilfe. Das versprechen wir Dir.

Harry leb wohl – es war schön, dass wir uns - dass wir Dich kannten.

14.07.2016
, Ingeborg Putzier





Ausführung künstlerischer Aufgaben der Glasgestaltung
In Zusammenarbeit mit Architekten, Landschaftsplanern, Bauherren, Künstlern und der Glasindustrie

"Kristall"
Landschaftsarchitektur in Glas.

In Waldkirchen, Ausrichter der Gartenschau "Natur in der Stadt 2007", entstand (in dreijähriger Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitekten Barbara Rainer und Bernhard Dingler) ein begehbarer Landschaftsbalkon mit einer Fläche von 10x10 x10 m.

Farbe und Form der verwendeten Materialien und auch die Art der Tragwerkkonstrucktion (h=12) folgen dem Prinzip,dass sich der"Kristall" von einem erdnahen, am Boden dichten Zustand nach oben verflüchtigt und schließlich gegen Himmel auflöst.

Sie können sich ein ausführliches PDF (3,2 Mb) über dieses Projekt unter -DOWNLOAD- " Kristall" anschauen oder herunterladen.


"Kristall" Gartenschau Waldkirchen 2007
Lichtblicke.

Gartenschau in Waldkirchen. Landschaftsarchitektur in Glas.

Am Wanderweg und an beiden Enden des Hanggrates findet man zwei natürliche von Buchen umgebene Lichtungen im Wald. .Der Eindruck des Ein- und Ausatmens, der extrovertierten und introvertierten Bewegung, des Auf und Ab wird fühlbar und sogar sichtbar.
Die vom Glaskünstlers gefertigten hängenden Elemente unterstützen den dynamischen Eindruck des ansonsten unbeweglichen, im momentanen Augenblick verharrenden Materials der Stelen.

Im Oberen Lichtblick erzeugen sie ein Explodieren von innen nach außen, der Besucher im unteren Lichtblick nimmt die Glaselemente zum Kern der Skulptur hinstrebend wahr.

Sie können sich ein ausführliches PDF (6Mb) über dieses Projekt unter -DOWNLOAD-"Lichtblicke"anschauen oder herunterladen.


Lichtblicke unterer Platz. Gartenschau Waldkirchen 2007
Altarraumgestaltung

Für die Kirchengemeinde Dobersdorf (A) entsteht (2008) gemeinsam, mit dem Bildhauer Joachim Hoffmann (Wien), eine sacrale Gestaltung des Kirchenraumes.


Sacrale Gestaltung. Altar & Ambo. Dobersdorf (A)

Gehbetsweg Schönberg

Für den Markt Schönberg im Bayer. Wald entstand ein Kreuzweg.Der Bilderzyklus aus Granit des Bildhauers Karl Mader zeigt die Leidensgeschichte Jesus in 14 Stationen auf. 2007 wird der Kreuzweg vollständig renoviert und mit Glasplatten (aus optischem Glas180x40x3cm) zur besseren Wahrnehmung ergänzt, eine 15. freistehende Glasplatte symbolisiert die Auferstehung.

In Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Barbara Rainer.